Norbert Kebekus, Leiter des Freiburger Referates Medienpastoral, im Interview über Internet, Glauben und Kirche: In Facebook, Twitter oder Blogs können sich „Zeugen des Evangeliums“ zu Wort melden und Gehör finden.
Haben Sie den Eindruck, dass sich die Präsenz katholischer Laien (häufig auch Nichttheologen) im Internet aktuell zu einem eigenständigen Apostolat entwickelt oder ist das nur ein etwas außergewöhnliches "Hobby"? Wo stecken da Chancen, wo sind Probleme zu erwarten?
Norbert Kebekus: Ich denke, durch Social Media bekommt das "Laienapostolat" einen neuen Schwung. Schon 1975 hat Papst Paul VI. in der Enzyklika Evangelii nuntiandi geschrieben: "Der heutige Mensch hört lieber auf Zeugen als auf Gelehrte, und wenn er auf Gelehrte hört, dann deshalb, weil sie Zeugen sind.“ Das gilt heute noch in viel stärkerem Maße. Und statt "Gelehrte" kann man ruhig auch "Profis" oder "Amtsträger" einsetzen.
Freilich bietet das Internet auch jenen eine Plattform, die den eigenen Vogel für den Heiligen Geist halten. Und wenn ich manche erbitterten Diskussionen lese, in denen die jeweils andere Meinung abgewertet und verurteilt wird, dann habe ich Zweifel, ob alle mit der Publikationsfreiheit angemessen umgehen können.
Aber ich sehe ganz entschieden mehr Chancen als Gefahren.
Ist ein gemeinsames Projekt von Bloggern geplant?
Kebekus: Zusammen mit Andrea Imbsweiler von KAMP habe ich beim Bloggertreffen einen Vorschlag zum Jahr des Glaubens eingebracht, der auf positive Resonanz gestoßen ist. Es soll ein Gemeinschaftsblog zum Apostolischen Glaubensbekenntnis geben. Und zwar in der Form, dass das Credo monatsweise in Abschnitte aufgeteilt wird. Alle katholischen Bloggerinnen und Blogger im deutschen Sprachraum sind dann herzlich eingeladen, Beiträge zu diesem Abschnitt des Glaubensbekenntnisses zu schreiben. Ergänzt werden die Blogbeiträge mit Links z.B. zu den entsprechenden Abschnitten des Katechismus.
Dabei möchte ich betonen, dass es nicht ein "amtliches" Projekt unter Mitwirkung der Blogger ist, sondern ein Projekt in der Eigenverantwortung der Blogözese. Das ist das Grundkonzept; in den nächsten Wochen müssen wir noch organisatorische Details klären. Es wird sicher ein spannendes Projekt; ich freue mich schon sehr darauf.
Herzlichen Dank, Herr Dr. Kebekus!
Blog der Medienpastoral im Erzdiözese Freiburg: “Sende-Zeit“
Wenn Sie auch katholisch bloggen wollen und keine Ahnung haben, wie das geht, dann empfehlen wir Ihnen das kleien Kompendium «Gehet hin und bloggt» (siehe oben links). Das ist genau das richtige für Sie!
Freitag, 3. August 2012
Katholische Blogs: Mehr Chancen als Gefahren
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Montag, 16. Juli 2012
Blogs als Zeugen des Evangeliums
Norbert Kebekus, Leiter des Freiburger Referates Medienpastoral, im Interview über Internet, Glauben und Kirche: In Facebook, Twitter oder Blogs können sich „Zeugen des Evangeliums“ zu Wort melden und Gehör finden.
Hat die katholische Kirche im jungen Medium Internet schon zu einer ersten Sprachfähigkeit gefunden?
Norbert Kebekus: Mit dem Stichwort "Sprachfähigkeit" sprechen Sie eine der großen Herausforderungen an. Die Sprache kirchlicher Verlautbarungen und allgemein unsere kirchliche "Insidersprache" wird von vielen Menschen, insbesondere denen, die der Kirche fern stehen, heute nicht mehr verstanden.
Hinzu kommt, dass sich die Gesellschaften in Mitteleuropa in viele unterschiedliche Milieus aufteilen, die von ihrer Ästhetik, aber auch von ihren Kommunikationsweisen und Sprachspielen her ganz unterschiedlich "ticken".
Die Botschaft des Glaubens muss also immer neu in die jeweilige Situation und in das jeweilige Milieu hinein kommuniziert werden - und zwar ohne die Botschaft zu banalisieren.
Ich erlebe manchmal, dass die Verkündigung im Bemühen, einfach und verständlich zu sein, banal wird. Das Evangelium ist aber nicht banal. Es geht - im wörtlichen Sinne - um Leben und Tod. Es geht um Liebe und Barmherzigkeit, um Schuld und Scheitern, um Gericht und Vergebung, um Erlösung. Also um existenzielle menschliche Erfahrungen.
Deshalb braucht es Menschen, die das Evangelium aufgrund ihrer persönlichen Lebenserfahrung bezeugen. Und die anderen Menschen die Möglichkeit bieten, mit ihrer Lebensgeschichte, mit ihren Fragen und Zweifeln gewissermaßen "andocken" zu können. Gerade da öffnet das Internet, insbesondere Social Media wie Facebook, Twitter oder eben Blogs die Chance, dass sich Zeugen des Evangeliums in ihren jeweiligen Netzwerken zu Wort melden und gehört werden.
Können sich nun durch das Internet Menschen über ihren Glauben äußern, die bisher oft keine Plattform für dieses Reflektieren und Bezeugen des Glaubens gefunden haben?
Kebekus: Generell gilt für Social Media, dass plötzlich Menschen publizieren können, die vorher diese Chance nicht hatten. Das ist die eigentliche digitale Revolution. Und diese Chance motiviert auch nicht wenige Bloggerinnen und Blogger.
Durch das eigene Blog ist es möglich, über Themen zu publizieren, die von den großen Medien nicht genügend wahrgenommen werden oder auch in der Gemeinde vor Ort kein Gehör finden. Das können z.B. Themen wie Lebensschutz und Lebensrecht sein. Oder spirituelle Themen, die für viele große Medien nicht so interessant sind wie innerkirchliche Skandale. Außerdem haben Blogger immer auch die Möglichkeit, vom Mainstream abweichende Sichtweisen ins Spiel zu bringen.
Hat die katholische Kirche im jungen Medium Internet schon zu einer ersten Sprachfähigkeit gefunden?
Norbert Kebekus: Mit dem Stichwort "Sprachfähigkeit" sprechen Sie eine der großen Herausforderungen an. Die Sprache kirchlicher Verlautbarungen und allgemein unsere kirchliche "Insidersprache" wird von vielen Menschen, insbesondere denen, die der Kirche fern stehen, heute nicht mehr verstanden.
Hinzu kommt, dass sich die Gesellschaften in Mitteleuropa in viele unterschiedliche Milieus aufteilen, die von ihrer Ästhetik, aber auch von ihren Kommunikationsweisen und Sprachspielen her ganz unterschiedlich "ticken".
Die Botschaft des Glaubens muss also immer neu in die jeweilige Situation und in das jeweilige Milieu hinein kommuniziert werden - und zwar ohne die Botschaft zu banalisieren.
Ich erlebe manchmal, dass die Verkündigung im Bemühen, einfach und verständlich zu sein, banal wird. Das Evangelium ist aber nicht banal. Es geht - im wörtlichen Sinne - um Leben und Tod. Es geht um Liebe und Barmherzigkeit, um Schuld und Scheitern, um Gericht und Vergebung, um Erlösung. Also um existenzielle menschliche Erfahrungen.
Deshalb braucht es Menschen, die das Evangelium aufgrund ihrer persönlichen Lebenserfahrung bezeugen. Und die anderen Menschen die Möglichkeit bieten, mit ihrer Lebensgeschichte, mit ihren Fragen und Zweifeln gewissermaßen "andocken" zu können. Gerade da öffnet das Internet, insbesondere Social Media wie Facebook, Twitter oder eben Blogs die Chance, dass sich Zeugen des Evangeliums in ihren jeweiligen Netzwerken zu Wort melden und gehört werden.
Können sich nun durch das Internet Menschen über ihren Glauben äußern, die bisher oft keine Plattform für dieses Reflektieren und Bezeugen des Glaubens gefunden haben?
Kebekus: Generell gilt für Social Media, dass plötzlich Menschen publizieren können, die vorher diese Chance nicht hatten. Das ist die eigentliche digitale Revolution. Und diese Chance motiviert auch nicht wenige Bloggerinnen und Blogger.
Durch das eigene Blog ist es möglich, über Themen zu publizieren, die von den großen Medien nicht genügend wahrgenommen werden oder auch in der Gemeinde vor Ort kein Gehör finden. Das können z.B. Themen wie Lebensschutz und Lebensrecht sein. Oder spirituelle Themen, die für viele große Medien nicht so interessant sind wie innerkirchliche Skandale. Außerdem haben Blogger immer auch die Möglichkeit, vom Mainstream abweichende Sichtweisen ins Spiel zu bringen.
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Freitag, 6. Juli 2012
Religiöse Spannungen in Syrien
Das internationale katholische Hilfswerk Kirche in Not warnt vor Medienberichten aus Syrien. Diese seien mit grosser Vorsicht zu geniessen. Bilder würden verfälscht und Zeugenaussagen selektiv eingesetzt.
Pater Andrzej Halemba erklärte, manche westlichen Medienberichte würden in Syrien auf grosse Empörung stossen. Die Menschen fühlten sich von den internationalen Medien missbraucht und betrogen. Sie beklagten, dass der Westen nur seine eigenen Interessen vertrete, schreibt das Hilfswerk in einem Communiqué.
Die Lage im Land sei viel komplizierter und schwieriger zu beurteilen, als die Medien im Westen es darstellen. "Viele Medien machen sich die Berichterstattung zu leicht. Es scheint ignoriert zu werden, dass ebenfalls interne Machtansprüche, religiöse Spannungen unter den verschiedenen muslimischen Gruppierungen selbst, Stammesfehden sowie Rache- und Vergeltungsakte an der Tagesordnung sind und die Kriminalität im Lande aufgrund der instabilen Lage steigt“, so Halemba.
Bildmanipulationen
Halemba berichtete, ein Kirchenvertreter, dessen Name aus Sicherheitsgründen nicht genannt werden könne, habe dem Hilfswerk mitgeteilt: "Wir sind Zeugen vulgärer Fälschungen, die schamlos aus einer kleinen Demonstration, an denen ungefähr fünfzig Personen teilgenommen haben, eine Grossdemonstration mit hunderten oder tausenden Teilnehmern machen. Die Bilder werden in Studios, die nur zu diesem Zweck eröffnet wurden, in Bildbearbeitungsprogrammen aus verschiedenen Stücken zusammengeflickt."
Augenzeugenberichte würden vielfach ignoriert, wenn es darum gehe, bestimmten Interessen zu dienen. Auch habe man Bilder aus dem Krieg im Irak und andere vergangene Konflikte in den Medien eingesetzt, um über die Lage in Syrien zu sprechen.
Menschliche Schutzschilder
Halemba erklärte darüber hinaus, die Lage der Menschen im Land sei weiterhin sehr besorgniserregend. Das Hilfswerk gewährt eine Nothilfe von insgesamt 156.000 Franken, die vor allem notleidenden christlichen Familien zu Gute kommen, davon 60.000 Franken für diejenigen, die in der Altstadt von Homs eingekesselt sind.
Ihnen drohe eine Hungerkatastrophe, weil die Versorgungswege abgeschnitten sind. Ein Vertreter der Kirche erklärte gegenüber Kirche in Not, man könne "durchaus davon sprechen, dass die Menschen als menschliche Schutzschilde dienen". Die Lage könne sich jedoch bald etwas verbessern, so dass Hilfeleistungen ermöglicht würden. (kipa/com/gs)
Pater Andrzej Halemba erklärte, manche westlichen Medienberichte würden in Syrien auf grosse Empörung stossen. Die Menschen fühlten sich von den internationalen Medien missbraucht und betrogen. Sie beklagten, dass der Westen nur seine eigenen Interessen vertrete, schreibt das Hilfswerk in einem Communiqué.
Die Lage im Land sei viel komplizierter und schwieriger zu beurteilen, als die Medien im Westen es darstellen. "Viele Medien machen sich die Berichterstattung zu leicht. Es scheint ignoriert zu werden, dass ebenfalls interne Machtansprüche, religiöse Spannungen unter den verschiedenen muslimischen Gruppierungen selbst, Stammesfehden sowie Rache- und Vergeltungsakte an der Tagesordnung sind und die Kriminalität im Lande aufgrund der instabilen Lage steigt“, so Halemba.
Bildmanipulationen
Halemba berichtete, ein Kirchenvertreter, dessen Name aus Sicherheitsgründen nicht genannt werden könne, habe dem Hilfswerk mitgeteilt: "Wir sind Zeugen vulgärer Fälschungen, die schamlos aus einer kleinen Demonstration, an denen ungefähr fünfzig Personen teilgenommen haben, eine Grossdemonstration mit hunderten oder tausenden Teilnehmern machen. Die Bilder werden in Studios, die nur zu diesem Zweck eröffnet wurden, in Bildbearbeitungsprogrammen aus verschiedenen Stücken zusammengeflickt."
Augenzeugenberichte würden vielfach ignoriert, wenn es darum gehe, bestimmten Interessen zu dienen. Auch habe man Bilder aus dem Krieg im Irak und andere vergangene Konflikte in den Medien eingesetzt, um über die Lage in Syrien zu sprechen.
Menschliche Schutzschilder
Halemba erklärte darüber hinaus, die Lage der Menschen im Land sei weiterhin sehr besorgniserregend. Das Hilfswerk gewährt eine Nothilfe von insgesamt 156.000 Franken, die vor allem notleidenden christlichen Familien zu Gute kommen, davon 60.000 Franken für diejenigen, die in der Altstadt von Homs eingekesselt sind.
Ihnen drohe eine Hungerkatastrophe, weil die Versorgungswege abgeschnitten sind. Ein Vertreter der Kirche erklärte gegenüber Kirche in Not, man könne "durchaus davon sprechen, dass die Menschen als menschliche Schutzschilde dienen". Die Lage könne sich jedoch bald etwas verbessern, so dass Hilfeleistungen ermöglicht würden. (kipa/com/gs)
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Schutz der Christen
Standort:
Homs, Syrien
Mittwoch, 13. Juni 2012
Katholisches Bloggertreffen
Norbert Kebekus, Leiter des Freiburger Referates Medienpastoral, im Interview über Internet, Glauben und Kirche: In Facebook, Twitter oder Blogs können sich „Zeugen des Evangeliums“ zu Wort melden und Gehör finden.
Es brauche „Menschen, die das Evangelium aufgrund ihrer persönlichen Lebenserfahrung bezeugen. Und die anderen Menschen die Möglichkeit bieten, mit ihrer Lebensgeschichte, mit ihren Fragen und Zweifeln gewissermaßen ‚andocken‘ zu können. Gerade da öffnet das Internet, insbesondere Social Media wie Facebook, Twitter oder eben Blogs die Chance, dass sich Zeugen des Evangeliums in ihren jeweiligen Netzwerken zu Wort melden und gehört werden.“ Dies sagt Norbert Kebekus, Leiter des Referates Medienpastoral des Erzbischöflichen Seelsorgeamtes Freiburg im kath.net-Interview über das Bloggertreffen „Blogoezese 2012“, das am vergangen Wochenende in Freiburg stattgefunden hatte.
Herr Dr. Kebekus, in Freiburg fand eine Tagung eigens für katholische Blogger statt, was war Thema und Intention dieses Treffens? Möchten Sie uns einige Leitgedanken und -impulse der Veranstaltung mitteilen?
Norbert Kebekus: Spätestens seit dem Bloggertreffen im Vatikan im Jahr 2010 gab es in der katholischen Bloggerszene, der sog. "Blogözese", die Idee, ein solches Treffen auch in Deutschland zu organisieren. Ziel war zum einen, die Bloggerszene noch besser untereinander zu vernetzen. Das ist uns m.E. auch gut gelungen. Wir waren 30 Bloggerinnen und Blogger. Einige kannten sich schon persönlich, andere waren bisher nur durch die Blogs oder über Facebook miteinander vernetzt, wieder andere sind ganz neu in die Blogözese hineingekommen. Wir haben bei dem Treffen interessante und wertvolle Kontakte neu knüpfen oder vertiefen können.
Zum anderen stand das Thema "Neuevangelisierung" und konkret das von Papst Benedikt ausgerufene "Jahr des Glaubens" im Mittelpunkt. Hier können Bloggerinnen und Blogger durch das persönliche Glaubenszeugnis einen wichtigen Akzent setzen. Außerdem ging es darum, einen Anfang zu setzen, um die Bloggerszene und offizielle kirchliche Stellen miteinander ins Gespräch zu bringen. Deshalb haben wir vom Freiburger Referat Medienpastoral das Treffen in Kooperation mit der Katholischen Arbeitsstelle für Missionarische Pastoral (KAMP) in Erfurt organisiert. Deren Leiter, Dr. Hubertus Schönemann, hat mit uns zum Thema Neuevangelisierung gearbeitet.
Und schließlich sollte es ein geistliches Wochenende sein, bei dem wir nicht nur vor unseren Notebooks sitzen und miteinander diskutieren. Die gemeinsame Tagzeitenliturgie und die Eucharistiefeier waren mir besonders wichtig.
Es brauche „Menschen, die das Evangelium aufgrund ihrer persönlichen Lebenserfahrung bezeugen. Und die anderen Menschen die Möglichkeit bieten, mit ihrer Lebensgeschichte, mit ihren Fragen und Zweifeln gewissermaßen ‚andocken‘ zu können. Gerade da öffnet das Internet, insbesondere Social Media wie Facebook, Twitter oder eben Blogs die Chance, dass sich Zeugen des Evangeliums in ihren jeweiligen Netzwerken zu Wort melden und gehört werden.“ Dies sagt Norbert Kebekus, Leiter des Referates Medienpastoral des Erzbischöflichen Seelsorgeamtes Freiburg im kath.net-Interview über das Bloggertreffen „Blogoezese 2012“, das am vergangen Wochenende in Freiburg stattgefunden hatte.
Herr Dr. Kebekus, in Freiburg fand eine Tagung eigens für katholische Blogger statt, was war Thema und Intention dieses Treffens? Möchten Sie uns einige Leitgedanken und -impulse der Veranstaltung mitteilen?
Norbert Kebekus: Spätestens seit dem Bloggertreffen im Vatikan im Jahr 2010 gab es in der katholischen Bloggerszene, der sog. "Blogözese", die Idee, ein solches Treffen auch in Deutschland zu organisieren. Ziel war zum einen, die Bloggerszene noch besser untereinander zu vernetzen. Das ist uns m.E. auch gut gelungen. Wir waren 30 Bloggerinnen und Blogger. Einige kannten sich schon persönlich, andere waren bisher nur durch die Blogs oder über Facebook miteinander vernetzt, wieder andere sind ganz neu in die Blogözese hineingekommen. Wir haben bei dem Treffen interessante und wertvolle Kontakte neu knüpfen oder vertiefen können.
Zum anderen stand das Thema "Neuevangelisierung" und konkret das von Papst Benedikt ausgerufene "Jahr des Glaubens" im Mittelpunkt. Hier können Bloggerinnen und Blogger durch das persönliche Glaubenszeugnis einen wichtigen Akzent setzen. Außerdem ging es darum, einen Anfang zu setzen, um die Bloggerszene und offizielle kirchliche Stellen miteinander ins Gespräch zu bringen. Deshalb haben wir vom Freiburger Referat Medienpastoral das Treffen in Kooperation mit der Katholischen Arbeitsstelle für Missionarische Pastoral (KAMP) in Erfurt organisiert. Deren Leiter, Dr. Hubertus Schönemann, hat mit uns zum Thema Neuevangelisierung gearbeitet.
Und schließlich sollte es ein geistliches Wochenende sein, bei dem wir nicht nur vor unseren Notebooks sitzen und miteinander diskutieren. Die gemeinsame Tagzeitenliturgie und die Eucharistiefeier waren mir besonders wichtig.
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Sonntag, 3. Juni 2012
Blogger sind Zeugnisgeber
Blogger sind Zeugnisgeber, keine Organisation, sondern ein Kreis aus Menschen, die sich nach demselben Ziel ausstrecken: Gott in ihrem Leben wirken zu lassen, Ihm nachzufolgen und Ihn zu bezeugen.
Wie kommt jemand dazu, katholisch zu Bloggen? Der Grund ist Interesse an religiösen Themen und daran, sie zu diskutieren, zu verkünden. Bloggen schafft die Möglichkeit, eigene Gedanken in einem größeren Rahmen zu äussern und zu sehen, ob sie auf Interesse stoßen. Es verlangt Offenheit und eine Prise Selbstvertrauen: glaube ich wirklich, dass jemand meine Äußerungen lesen möchte? Klickzahlen, Kommentare und Verlinkungen geben die Rückmeldung. Dabei lässt der Blog dem Schreiber grosse Freiheit, seine Gedanken so zu präsentieren, wie es ihm entspricht: wo sonst habe ich in ein und derselben Kommunikation die Wahl zwischen durchgearbeiteten Texten, spontanen Gedanken, Bildern, Karikaturen, Fotos bis hin zu Notizen, welcher Vogel gerade singt? Blogs sind vom Blogger geordnet oder bunt, regelmäßig oder frei gestaltet. Nicht nur inhaltlich, sondern auch in der äußeren Form stellt das Blog dar, was der Blogger sagen will, spiegelt ihn wider.
Es scheint mir so zu sein: Blogger ist man aus persönlichen Gründen, denn ein Blog zeigt viel von der Person. Ich denke, das ist das Wesen des Bloggens: es ist persönlich. Es sind meine Themen und es ist meine Meinung, nicht mehr und nicht weniger. Deshalb lese ich mit Gewinn andere Blogs: auch sie sind authentisch und bereichern mich, ohne den Anspruch zu erheben, mehr als persönlich und individuell zu sein. Beiträge mögen apodiktisch und scharf formuliert sein – immer steht klar im Raum, dass sie eine individuelle Sicht darstellen, denn sie werden auf einem Blog gepostet. Alles Ich-Botschaften, sozusagen.
Was Blogs interessant macht, definiert sich daher großenteils durch das, was sie nicht sind. Sie sind nicht weisungsabhängig, nicht politisch korrekt, nicht dem Mainstream folgend, nicht brav, nicht bequem. Gute Blogs sind echt und ehrlich und vertreten durchaus eine Meinung. Sie sind authentisch.
Wenn einem Blogger Glaube und Kirche besonders am Herzen liegen, wird das Blog davon handeln. In der Kirche gibt es einen Begriff für ein Statement, das jemand ehrlich und authentisch über sich und seinen Glauben macht: das Zeugnis. Katholische Blogs haben Zeugnischarakter. Das lässt sich nicht planen: Authentizität organisieren zu wollen, ist ein Widerspruch in sich. Es wäre sinnlos zu versuchen, katholische Blogger zu „zähmen“. Nicht, weil sie widerspenstig wären, sondern weil man ihren Blogs damit das Zeugnishafte nähme.
Wer bloggt, muss bereit sein, sich den Fragen Dritter zu stellen. Diese Fragen können auch unter Kollegen durchaus kritisch sein. Für mich gab es beim Treffen in Freiburg einige Anstöße, Dinge neu zu durchdenken und auch anders zu sehen. So unterschiedlich jedoch in katholischen Blogs Schwerpunkte und Ansätze auch sind, haben sie in ihrer Individualität eben das Katholische gemeinsam. Der gemeinsame Glaube verbindet und öffnet füreinander. Für mich hat sich bei allen Diskussionen in Freiburg die Einheit in Verschiedenheit gezeigt. Die „Blogoezese“ ist keine Organisation, sondern ein (Freundes- und Bekannten)Kreis aus Menschen, die sich nach demselben Ziel ausstrecken: Gott in ihrem Leben wirken zu lassen, Ihm nachzufolgen und Ihn zu bezeugen.
Die Welt braucht neben allen Diskussionen auch stets das Zeugnis. Dazu können Blogger einen Anteil leisten. Für Anderes benötigt man andere Medien. Auch diese Betrachtungen sind daher ganz ausdrücklich der individuelle Versuch, einen persönlichen Eindruck zu beschreiben - mehr nicht.
Wie man katholisch bloggen kann, lesen Sie in der einfachen Schritt-für-Schritt-Anleitung «Gehet hin und bloggt». Siehe Kurzbeschrieb oben links. Dort kann man das Büchlein auch bestellen.
Wie kommt jemand dazu, katholisch zu Bloggen? Der Grund ist Interesse an religiösen Themen und daran, sie zu diskutieren, zu verkünden. Bloggen schafft die Möglichkeit, eigene Gedanken in einem größeren Rahmen zu äussern und zu sehen, ob sie auf Interesse stoßen. Es verlangt Offenheit und eine Prise Selbstvertrauen: glaube ich wirklich, dass jemand meine Äußerungen lesen möchte? Klickzahlen, Kommentare und Verlinkungen geben die Rückmeldung. Dabei lässt der Blog dem Schreiber grosse Freiheit, seine Gedanken so zu präsentieren, wie es ihm entspricht: wo sonst habe ich in ein und derselben Kommunikation die Wahl zwischen durchgearbeiteten Texten, spontanen Gedanken, Bildern, Karikaturen, Fotos bis hin zu Notizen, welcher Vogel gerade singt? Blogs sind vom Blogger geordnet oder bunt, regelmäßig oder frei gestaltet. Nicht nur inhaltlich, sondern auch in der äußeren Form stellt das Blog dar, was der Blogger sagen will, spiegelt ihn wider.
Es scheint mir so zu sein: Blogger ist man aus persönlichen Gründen, denn ein Blog zeigt viel von der Person. Ich denke, das ist das Wesen des Bloggens: es ist persönlich. Es sind meine Themen und es ist meine Meinung, nicht mehr und nicht weniger. Deshalb lese ich mit Gewinn andere Blogs: auch sie sind authentisch und bereichern mich, ohne den Anspruch zu erheben, mehr als persönlich und individuell zu sein. Beiträge mögen apodiktisch und scharf formuliert sein – immer steht klar im Raum, dass sie eine individuelle Sicht darstellen, denn sie werden auf einem Blog gepostet. Alles Ich-Botschaften, sozusagen.
Was Blogs interessant macht, definiert sich daher großenteils durch das, was sie nicht sind. Sie sind nicht weisungsabhängig, nicht politisch korrekt, nicht dem Mainstream folgend, nicht brav, nicht bequem. Gute Blogs sind echt und ehrlich und vertreten durchaus eine Meinung. Sie sind authentisch.
Wenn einem Blogger Glaube und Kirche besonders am Herzen liegen, wird das Blog davon handeln. In der Kirche gibt es einen Begriff für ein Statement, das jemand ehrlich und authentisch über sich und seinen Glauben macht: das Zeugnis. Katholische Blogs haben Zeugnischarakter. Das lässt sich nicht planen: Authentizität organisieren zu wollen, ist ein Widerspruch in sich. Es wäre sinnlos zu versuchen, katholische Blogger zu „zähmen“. Nicht, weil sie widerspenstig wären, sondern weil man ihren Blogs damit das Zeugnishafte nähme.
Wer bloggt, muss bereit sein, sich den Fragen Dritter zu stellen. Diese Fragen können auch unter Kollegen durchaus kritisch sein. Für mich gab es beim Treffen in Freiburg einige Anstöße, Dinge neu zu durchdenken und auch anders zu sehen. So unterschiedlich jedoch in katholischen Blogs Schwerpunkte und Ansätze auch sind, haben sie in ihrer Individualität eben das Katholische gemeinsam. Der gemeinsame Glaube verbindet und öffnet füreinander. Für mich hat sich bei allen Diskussionen in Freiburg die Einheit in Verschiedenheit gezeigt. Die „Blogoezese“ ist keine Organisation, sondern ein (Freundes- und Bekannten)Kreis aus Menschen, die sich nach demselben Ziel ausstrecken: Gott in ihrem Leben wirken zu lassen, Ihm nachzufolgen und Ihn zu bezeugen.
Die Welt braucht neben allen Diskussionen auch stets das Zeugnis. Dazu können Blogger einen Anteil leisten. Für Anderes benötigt man andere Medien. Auch diese Betrachtungen sind daher ganz ausdrücklich der individuelle Versuch, einen persönlichen Eindruck zu beschreiben - mehr nicht.
Wie man katholisch bloggen kann, lesen Sie in der einfachen Schritt-für-Schritt-Anleitung «Gehet hin und bloggt». Siehe Kurzbeschrieb oben links. Dort kann man das Büchlein auch bestellen.
Donnerstag, 17. Mai 2012
Die beichte ist eine Lebenshilfe
Es zeigt sich, dass die heilige Beichte eine grosse Lebenshilfe ist. Ich gestehe zu, dass das in der Vergangenheit nicht immer so verkündigt und verstanden worden ist. Es gilt daher in vielen Fällen, diese befreiende und erlösende Gottesgabe wieder neu zu entdecken. Den Priestern und pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bin ich deshalb dankbar, wenn sie die Lehre der Kirche bezüglich dieses Sakramentes von neuem und mit neuem Elan darlegen, damit die Gläubigen seine Bedeutung für ihr Leben immer besser erkennen und einen neuen Zugang dazu finden.
Das persönliche Bekenntnis befreit
Wie jedes Sakrament so schenkt auch das Sakrament der Versöhnung Gnade, also die Gabe des übernatürlichen, des göttlichen Lebens. Besonders wertvoll ist bei diesem Sakrament das persönliche Bekenntnis. Es darf nicht nur als eine Forderung betrachtet werden, um die Lossprechung empfangen zu können. Das Aussprechen unserer Verfehlungen ist ein Akt, der uns innerlich frei macht, uns für das vergebende Wirken Gottes öffnet und wesentlich zur geistig-seelischen Heilung beiträgt. Indem der Beichtende sein Gewissen sorgfältig prüft, die Sünden bereut, das Bekenntnis vor dem Priester ablegt, die Lossprechung empfängt und das begangene Unrecht in Ordnung zu bringen gewillt ist, vollzieht sich der Prozess einer geistig-seelischen Wandlung, aus der neues Leben hervorgeht, so dass auch hier das Wort des Herrn gilt: «Dein Glaube hat dich gerettet.» (Matthäus 9,22).
Kein Ersatz für die Beichte
Das persönliche Schuldbekenntnis vor dem Priester und die Lossprechung sind aufeinander bezogen und bilden eine innere Einheit. Eine Generalabsolution ohne vorgängiges Bekenntnis kann daher nur in unmittelbarer Todesgefahr gegeben werden, also in einer Situation, da der zur Beichte willige Gläubige wegen besonderer Umstände das Bekenntnis nicht ablegen kann. Selbst in diesem Fall verlangt die innere Bezogenheit von Bekenntnis und Lossprechung, dass zur Gültigkeit der Absolution das Bekenntnis nachgeholt wird, sobald dies möglich ist.
Bussfeiern sind wertvoll
Die bei uns verbreiteten und von der Kirche empfohlenen Bussfeiern haben ihren Wert nach wie vor darin, dass sie den Gläubigen helfen, den eigenen seelischen Zustand zu erkennen, die Sünden zu bereuen und Gott um Vergebung zu bitten. Doch dürfen sie nicht mit dem Sakrament der Busse verwechselt werden. Die Bussfeier ist eine Besinnung und eine Bitte an Gott um Verzeihung der Sünden. Das Sakrament dagegen, immer mit dem Schuldbekenntnis des Beichtenden verbunden, ist kraft der priesterlichen Lossprechung Zusage der göttlichen Vergebung und der sakramentalen Gnade.
Beichte neue entdecken
Ich möchte Euch ermutigen, von neuem dieses Sakrament der Hoffnung, der Befreiung und der Freude anzunehmen. Den Priestern bin ich dankbar, wenn sie weiterhin und noch vermehrt den Gläubigen für die Spendung des Sakramentes zur Verfügung stehen. Unerlässlich ist auch die sorgfältige, dem Alter entsprechende Einführung der Kinder ins Sakrament der Versöhnung. Dabei wird die Erstbeichte vor der Erstkommunion erfolgen und ein wichtiger Schritt hin zum Empfang des Herrn im Allerheiligsten Sakrament sein. Ja, die Beichte ist die beste Vorbereitung auf die heilige Kommunion.
Gerade im Sakrament der Versöhnung bewahrheitet sich, was im Namen «Jesus» zum Ausdruck kommt. Bedeutet er doch «Erlöser». Wirklich, er, unser Herr, ist unser Retter und Erlöser. Er überlässt uns nicht der Macht des Bösen, sondern begleitet uns unser Leben lang mit diesem Sakrament und erneuert, so oft wir ihn in der Beichte darum bitten, die Gnadengaben der heiligen Taufe und der heiligen Firmung. In der Tat, das Sakrament der Versöhnung ist ein Geschenk, durch das wir geistlich gesund bleiben oder diese Gesundheit wieder erlangen. Es zeigt uns, wie sehr dem Herrn an unserem Heil gelegen ist. Es ist wirklich ein österliches Sakrament, daher auch ein Sakrament, das uns auf die Feier der Auferstehung unseres Herrn vorbereiten und dem Osterfest entgegenführen kann.
Möge uns die Fürbitte der Gottesmutter, die wir auch als «Zuflucht der Sünder» und «Helferin der Christen» anrufen, auf dem Weg der österlichen Busszeit begleiten und die Gnade eines heiligen Lebens erbitten. Mit diesem Wunsch und mit der Zusicherung meines Gebetes grüsse ich Euch herzlich und lasse Euch meinen bischöflichen Segen zukommen. Der Herr erhalte Euch in seiner Gnade.
Euer Bischof Vitus
von Bischof Vitus Huonder autorisierte Kurzfassung des Hirtenbriefs zu Ostern 2009
Das persönliche Bekenntnis befreit
Wie jedes Sakrament so schenkt auch das Sakrament der Versöhnung Gnade, also die Gabe des übernatürlichen, des göttlichen Lebens. Besonders wertvoll ist bei diesem Sakrament das persönliche Bekenntnis. Es darf nicht nur als eine Forderung betrachtet werden, um die Lossprechung empfangen zu können. Das Aussprechen unserer Verfehlungen ist ein Akt, der uns innerlich frei macht, uns für das vergebende Wirken Gottes öffnet und wesentlich zur geistig-seelischen Heilung beiträgt. Indem der Beichtende sein Gewissen sorgfältig prüft, die Sünden bereut, das Bekenntnis vor dem Priester ablegt, die Lossprechung empfängt und das begangene Unrecht in Ordnung zu bringen gewillt ist, vollzieht sich der Prozess einer geistig-seelischen Wandlung, aus der neues Leben hervorgeht, so dass auch hier das Wort des Herrn gilt: «Dein Glaube hat dich gerettet.» (Matthäus 9,22).
Kein Ersatz für die Beichte
Das persönliche Schuldbekenntnis vor dem Priester und die Lossprechung sind aufeinander bezogen und bilden eine innere Einheit. Eine Generalabsolution ohne vorgängiges Bekenntnis kann daher nur in unmittelbarer Todesgefahr gegeben werden, also in einer Situation, da der zur Beichte willige Gläubige wegen besonderer Umstände das Bekenntnis nicht ablegen kann. Selbst in diesem Fall verlangt die innere Bezogenheit von Bekenntnis und Lossprechung, dass zur Gültigkeit der Absolution das Bekenntnis nachgeholt wird, sobald dies möglich ist.
Bussfeiern sind wertvoll
Die bei uns verbreiteten und von der Kirche empfohlenen Bussfeiern haben ihren Wert nach wie vor darin, dass sie den Gläubigen helfen, den eigenen seelischen Zustand zu erkennen, die Sünden zu bereuen und Gott um Vergebung zu bitten. Doch dürfen sie nicht mit dem Sakrament der Busse verwechselt werden. Die Bussfeier ist eine Besinnung und eine Bitte an Gott um Verzeihung der Sünden. Das Sakrament dagegen, immer mit dem Schuldbekenntnis des Beichtenden verbunden, ist kraft der priesterlichen Lossprechung Zusage der göttlichen Vergebung und der sakramentalen Gnade.
Beichte neue entdecken
Ich möchte Euch ermutigen, von neuem dieses Sakrament der Hoffnung, der Befreiung und der Freude anzunehmen. Den Priestern bin ich dankbar, wenn sie weiterhin und noch vermehrt den Gläubigen für die Spendung des Sakramentes zur Verfügung stehen. Unerlässlich ist auch die sorgfältige, dem Alter entsprechende Einführung der Kinder ins Sakrament der Versöhnung. Dabei wird die Erstbeichte vor der Erstkommunion erfolgen und ein wichtiger Schritt hin zum Empfang des Herrn im Allerheiligsten Sakrament sein. Ja, die Beichte ist die beste Vorbereitung auf die heilige Kommunion.
Gerade im Sakrament der Versöhnung bewahrheitet sich, was im Namen «Jesus» zum Ausdruck kommt. Bedeutet er doch «Erlöser». Wirklich, er, unser Herr, ist unser Retter und Erlöser. Er überlässt uns nicht der Macht des Bösen, sondern begleitet uns unser Leben lang mit diesem Sakrament und erneuert, so oft wir ihn in der Beichte darum bitten, die Gnadengaben der heiligen Taufe und der heiligen Firmung. In der Tat, das Sakrament der Versöhnung ist ein Geschenk, durch das wir geistlich gesund bleiben oder diese Gesundheit wieder erlangen. Es zeigt uns, wie sehr dem Herrn an unserem Heil gelegen ist. Es ist wirklich ein österliches Sakrament, daher auch ein Sakrament, das uns auf die Feier der Auferstehung unseres Herrn vorbereiten und dem Osterfest entgegenführen kann.
Möge uns die Fürbitte der Gottesmutter, die wir auch als «Zuflucht der Sünder» und «Helferin der Christen» anrufen, auf dem Weg der österlichen Busszeit begleiten und die Gnade eines heiligen Lebens erbitten. Mit diesem Wunsch und mit der Zusicherung meines Gebetes grüsse ich Euch herzlich und lasse Euch meinen bischöflichen Segen zukommen. Der Herr erhalte Euch in seiner Gnade.
Euer Bischof Vitus
von Bischof Vitus Huonder autorisierte Kurzfassung des Hirtenbriefs zu Ostern 2009
Mittwoch, 2. Mai 2012
Rechtlicher Status von Personalpfarreien
Bischof Vitus Huonder von Chur hat für die Anhänger der ausserordentlichen Form des römischen Ritus («Tridentinische Messe») zwei Personalpfarreien errichtet. Der Kirchenrechtler Joseph M. Bonnemain, Offizial des Bistums Chur, erklärt im Gespräch die Rechtsform «Personalpfarrei».
Was ist – kurz gefasst – eine Personalpfarrei?
Joseph M. Bonnemain: Nach katholischem Verständnis ist die Pfarrei eine Gemeinschaft von Gläubigen, die dauerhaft einem Priester als zuständigem Seelsorger anvertraut wird. In der Definition von Pfarrei sind also keine territorialen Bestimmungen enthalten. In der katholischen Kirche ist es jedoch fast seit Anbeginn üblich, Pfarreien nach Territorien einzuteilen. Gleichzeitig gab es aber schon immer auch pastorale Gründe, bestimmte Gruppen in einer Pfarrei zu organisieren, ohne dass dabei der Wohnort eine Rolle gespielt hätte. Solche Pfarreien nennt man dann Personalpfarreien.
Konkrete Beispiele dafür?
An grossen Universitäten gibt es Hochschulpfarreien für Studenten. In einigen Ländern wurden eigene Ordinariate für die Militärseelsorge errichtet. Diese Ordinariate sind dann wie ein Bistum in Pfarreien eingeteilt. Oder es gibt Spitalpfarrämter. Im Kanton Zürich gab es bislang nur zwei Personalpfarreien: In den Städten Winterthur und Zürich wurde die Seelsorge für die Italiener in Personalpfarreien organisiert.
Muss man sich als Gläubiger zwischen Wohnortpfarrei und Personalpfarrei entscheiden?
Es versteht sich von selbst, dass sich beispielsweise ein Hochschulpfarramt vor allem an Studenten richtet. Weiter versteht sich die Personalpfarrei als Ergänzung nicht als Ersatz. Es steht dem einzelnen Gläubigen also weiterhin frei, welche Angebote er wo wahrnehmen will, ob er beispielsweise in seiner Personalpfarrei getraut werden will oder in seiner Wohnortspfarrei.
Wie sind die Seelsorger einer Personalpfarrei in die kirchliche Struktur eingebunden?
Der Pfarrer einer Personalpfarrei ist zunächst an den Bischof gebunden, der ihn ja auch ernannt hat. Er wird aber auch in die verschiedenen Gremien des Bistums eingegliedert. Für die neue Personalpfarrei Hl. Maximilian Kolbe in Thalwil beispielsweise bedeutet das, dass deren Seelsorger auch Mitglied des Kantonalen Seelsorgekapitels sein wird.
Wie finanziert sich eine Personalpfarrei?
Das ist ganz unterschiedlich. Die beiden Personalpfarreien der Italiener-Seelsorge werden durch die Kirchensteuer finanziert. Die Personalpfarreien für die ausserordentliche Form des römischen Ritus werden über Spenden und Stiftungen finanziert. Ihre Kirchensteuer bezahlen die Gläubigen an ihrem Wohnort – wie bis anhin.
Welche Dienste muss eine Personalpfarrei anbieten?
Alles, was für eine ordentliche Seelsorge vorgesehen ist: Sakramente, geistliche und seelsorgerliche Begleitung, Religionsunterricht, Ehevorbereitungskurse, Bestattungen.
Wir sprechen im Kanton Zürich auch von einem Flughafenpfarramt. Ist das ebenfalls eine Personalpfarrei?
Man muss die Umgangssprache von kirchenrechtlichen Definitionen unterscheiden. Kirchenrechtlich gesehen sind weder die Bahnhofskirche noch das Flughafenpfarramt tatsächlich Pfarreien. Auch sie könnten rein theoretisch in den Status von Personalpfarreien erhoben werden.
Wie gross ist der Spielraum eines Bischofs bei der Errichtung von Personalpfarreien?
Es ist vor allem eine Ermessensfrage. Im Kirchenrecht heisst es dazu: «Die Pfarrei hat in aller Regel territorial abgegrenzt zu sein und alle Gläubigen eines bestimmten Gebietes zu umfassen; wo es jedoch angezeigt ist, sind Personalpfarreien zu errichten, die nach Ritus, Sprache oder Nationalität der Gläubigen eines Gebietes oder auch unter einem anderen Gesichtspunkt bestimmt werden.» (CIC Can. 518)
Was passiert, wenn es ein Bischof übertreibt, indem er beispielsweise mit unzähligen Personalpfarreien ein individualistisches Kirchenbild fördert oder eine Spaltung in seiner Diözese provoziert?
Auch ein Bischof muss die Bestimmungen der Kirche beachten und immer ihre Einheit im Blick behalten. Wenn er in Widerspruch dazu gerät oder seine Ermessensgrenzen überschreitet, dann muss er durch die zuständige Kongregation im Vatikan zur Verantwortung gezogen werden.
Was halten Sie vom Szenario, dass der Bischof von Chur die beiden neuen Personalpfarreien errichtet hat, um auf diesem Weg eine parallele Struktur zur bisherigen sogenannten dualen Struktur zu schaffen? Personalpfarreien als ein Mittel zur Umgehung und Aushebelung staatskirchenrechtlicher Strukturen?
Auch ein Bischof kann nicht über die Köpfe der Gläubigen hinweg entscheiden. Wenn die Mehrheit der Diözese Chur sich weiterhin wünscht, dass die Kirche sich in der bisherigen Form organisiert, dann wird sich das nicht ändern. Wenn es also bei ein paar hundert Gläubigen bleiben wird, die sich den beiden neuen Personalpfarreien anschliessen wollen, dann wird es bei diesen beiden Pfarreien bleiben. Wenn die Gläubigen das bisherige Leben in ihrer Pfarrei und den hier gewachsenen Strukturen schätzen, dann kann auch ein Bischof nichts erzwingen.
Die Fragen stellte Thomas Binotto vom Zürcher Pfarrblatt.
Was ist – kurz gefasst – eine Personalpfarrei?
Joseph M. Bonnemain: Nach katholischem Verständnis ist die Pfarrei eine Gemeinschaft von Gläubigen, die dauerhaft einem Priester als zuständigem Seelsorger anvertraut wird. In der Definition von Pfarrei sind also keine territorialen Bestimmungen enthalten. In der katholischen Kirche ist es jedoch fast seit Anbeginn üblich, Pfarreien nach Territorien einzuteilen. Gleichzeitig gab es aber schon immer auch pastorale Gründe, bestimmte Gruppen in einer Pfarrei zu organisieren, ohne dass dabei der Wohnort eine Rolle gespielt hätte. Solche Pfarreien nennt man dann Personalpfarreien.
Konkrete Beispiele dafür?
An grossen Universitäten gibt es Hochschulpfarreien für Studenten. In einigen Ländern wurden eigene Ordinariate für die Militärseelsorge errichtet. Diese Ordinariate sind dann wie ein Bistum in Pfarreien eingeteilt. Oder es gibt Spitalpfarrämter. Im Kanton Zürich gab es bislang nur zwei Personalpfarreien: In den Städten Winterthur und Zürich wurde die Seelsorge für die Italiener in Personalpfarreien organisiert.
Muss man sich als Gläubiger zwischen Wohnortpfarrei und Personalpfarrei entscheiden?
Es versteht sich von selbst, dass sich beispielsweise ein Hochschulpfarramt vor allem an Studenten richtet. Weiter versteht sich die Personalpfarrei als Ergänzung nicht als Ersatz. Es steht dem einzelnen Gläubigen also weiterhin frei, welche Angebote er wo wahrnehmen will, ob er beispielsweise in seiner Personalpfarrei getraut werden will oder in seiner Wohnortspfarrei.
Wie sind die Seelsorger einer Personalpfarrei in die kirchliche Struktur eingebunden?
Der Pfarrer einer Personalpfarrei ist zunächst an den Bischof gebunden, der ihn ja auch ernannt hat. Er wird aber auch in die verschiedenen Gremien des Bistums eingegliedert. Für die neue Personalpfarrei Hl. Maximilian Kolbe in Thalwil beispielsweise bedeutet das, dass deren Seelsorger auch Mitglied des Kantonalen Seelsorgekapitels sein wird.
Wie finanziert sich eine Personalpfarrei?
Das ist ganz unterschiedlich. Die beiden Personalpfarreien der Italiener-Seelsorge werden durch die Kirchensteuer finanziert. Die Personalpfarreien für die ausserordentliche Form des römischen Ritus werden über Spenden und Stiftungen finanziert. Ihre Kirchensteuer bezahlen die Gläubigen an ihrem Wohnort – wie bis anhin.
Welche Dienste muss eine Personalpfarrei anbieten?
Alles, was für eine ordentliche Seelsorge vorgesehen ist: Sakramente, geistliche und seelsorgerliche Begleitung, Religionsunterricht, Ehevorbereitungskurse, Bestattungen.
Wir sprechen im Kanton Zürich auch von einem Flughafenpfarramt. Ist das ebenfalls eine Personalpfarrei?
Man muss die Umgangssprache von kirchenrechtlichen Definitionen unterscheiden. Kirchenrechtlich gesehen sind weder die Bahnhofskirche noch das Flughafenpfarramt tatsächlich Pfarreien. Auch sie könnten rein theoretisch in den Status von Personalpfarreien erhoben werden.
Wie gross ist der Spielraum eines Bischofs bei der Errichtung von Personalpfarreien?
Es ist vor allem eine Ermessensfrage. Im Kirchenrecht heisst es dazu: «Die Pfarrei hat in aller Regel territorial abgegrenzt zu sein und alle Gläubigen eines bestimmten Gebietes zu umfassen; wo es jedoch angezeigt ist, sind Personalpfarreien zu errichten, die nach Ritus, Sprache oder Nationalität der Gläubigen eines Gebietes oder auch unter einem anderen Gesichtspunkt bestimmt werden.» (CIC Can. 518)
Was passiert, wenn es ein Bischof übertreibt, indem er beispielsweise mit unzähligen Personalpfarreien ein individualistisches Kirchenbild fördert oder eine Spaltung in seiner Diözese provoziert?
Auch ein Bischof muss die Bestimmungen der Kirche beachten und immer ihre Einheit im Blick behalten. Wenn er in Widerspruch dazu gerät oder seine Ermessensgrenzen überschreitet, dann muss er durch die zuständige Kongregation im Vatikan zur Verantwortung gezogen werden.
Was halten Sie vom Szenario, dass der Bischof von Chur die beiden neuen Personalpfarreien errichtet hat, um auf diesem Weg eine parallele Struktur zur bisherigen sogenannten dualen Struktur zu schaffen? Personalpfarreien als ein Mittel zur Umgehung und Aushebelung staatskirchenrechtlicher Strukturen?
Auch ein Bischof kann nicht über die Köpfe der Gläubigen hinweg entscheiden. Wenn die Mehrheit der Diözese Chur sich weiterhin wünscht, dass die Kirche sich in der bisherigen Form organisiert, dann wird sich das nicht ändern. Wenn es also bei ein paar hundert Gläubigen bleiben wird, die sich den beiden neuen Personalpfarreien anschliessen wollen, dann wird es bei diesen beiden Pfarreien bleiben. Wenn die Gläubigen das bisherige Leben in ihrer Pfarrei und den hier gewachsenen Strukturen schätzen, dann kann auch ein Bischof nichts erzwingen.
Die Fragen stellte Thomas Binotto vom Zürcher Pfarrblatt.
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